Probleme lösen wie ein Designer

Bill Burnett und David Evans unterrichten den derzeit beliebtesten Kurs an der Stanford Universität. Das Thema: Designt euer Leben (Design your life).

Dabei ist der Begriff “Design” hier nicht im übertragenen Sinne zu verstehen, sondern es geht tatsächlich darum, Design-Prinzipien und Ideen auf die Fragen und Probleme des alltäglichen Lebens zu übertragen.

“Denke wie ein Designer” ist das Motto unter dem der Kurs sowie das gerade veröffentlichte Buch (Designing Your Life: How to Build a Well-Lived, Joyful Life, Knopf) der beiden Professoren steht.

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Designer lieben Fragen

Alles um uns herum, im Büro oder zuhause, auf der Straße oder im Supermarkt ist das Ergebnis eines Design-Prozess. Verpackungen werden ebenso designt wie Geräusche, das iPhone genauso wie das rote Stop-Schild. Hinter all diesen Designs stehen Fragen: Wie soll das Zuschlagen einer Autotür klingen? Wie groß muss ein Stop-Schild sein, damit es von Weitem erkannt wird.

Design-Fragen haben häufig mehr als eine richtige Antwort und das ist der Punkt auf den Burnett und Evans hinauswollen: Genauso wie es im Leben nicht die richtige Antwort gibt, ob man Geographie oder BWL studieren soll, ob man in einem Startup oder in einem Konzern arbeiten soll oder aber ob man in einer Altbau-Wohnung oder einem Reihenhaus wohnen soll, gibt es auch im Design viele Fragen und deutlich mehr Antwortmöglichkeiten.

Ihre Behauptung ist daher – wie in einem kürzlich erschienen New York Times Artikel deutlich wurde – , dass sich das Leben in gleicher Art designen lässt, wie Jonathan Ive das iPhone design hat.

Design doesn’t just work for creating cool stuff like computers and Ferraris; it works in creating a cool life. (Designing Your Life, Introduction)

Der Weg zu den Antworten

Wie findet ein Designer aber nun Antworten in dieser Vielzahl von Möglichkeiten? Durch Ausprobieren, die Entwicklung von Prototypen und Unterstützung im Team.

Dieser Prozess soll nun – so Burnett und Evans – aber nicht nur auf Design-Fragen, sondern auf alle Fragen des Lebens angewendet werden können. Dabei geht es also darum Dinge auszuprobieren, Ideen aufzugeben, neue Ideen nachzuverfolgen. Dieser Prozess ist dabei nicht unbedingt auf die Phase des Studiums und der Berufsfindung beschränkt. Die beiden Professoren geben ihre Workshops auch für Google-Mitarbeiter und richten sich mit ihrem Buch auch ganz bewusst an eine breitere Zielgruppe.

5 Schritte: Denken wie ein Designer

Der Design-Prozess besteht aus fünf Schritten. Dies sind: Hineinfühlen, Definieren, Erkunden, Prototyp entwickeln, Ausprobieren. Ähnlich wie in der agilen Softwareentwicklung, setzen sich Brunetts und Evans stark dafür ein Dinge zu testen, schnell zu verwerfen und neuen Experimente auszuprobieren. Im ersten Schritt geht es darum herauszufinden, was das Problem oder die Frage ist. Im zweiten Schritt geht es darum dieses Problem zu definieren. Der dritte Schritt besteht darin, Ideen zu entwickeln, zu brainstormen und zu überlegen. Im vierten Schritt entwickelt man einen Plan oder Prototypen und der letzte Schritt besteht darin die Idee zu testen.
design thinking

Prototypen fürs Leben

Burnetts und Evans Idee ist, nicht zuviel Energie in das Nachdenken über Entscheidungen zu stecken, sondern – wie im Design – Dinge auszuprobieren und Prototypen zu entwickeln. So soll man sich z. B. nicht direkt für einen Karrierewechsel entscheiden müssen, sondern soll ausprobieren, wie es wäre in einem anderen Job zu arbeiten. Wichtig ist, dass man handelt und ausprobiert, statt zu grübeln.

Darin liegt die Stärke des hier vorgeschlagenen Ansatzes: praktisches Ausprobieren von Ideen und das darauffolgende Treffen von Entscheidungen.

Das Ende der Pro und Contra-Liste?

Viele Leute erstellen vor großen Entscheidungen Pro- und Contra-Listen. Auf der einen Seite wurde alles aufgeschrieben, was für eine Entscheidung sprach, auf der anderen Seite das, was dagegen spricht. So ganz wird die Pro- und Contra-Liste wohl nicht wegfallen. Der Praxis-bezogene Design-Approach spricht aber dafür nun Dinge eher auszuprobieren, anstatt zu lange über Entscheidungen nachzugrübeln.

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