Wie Produkte unsere Emotionen beeinflussen: Wie wir uns fühlen, wenn wir bestimmte Produkte verwenden.

Jeder kennt das Phänomen: Emotionen beeinflussen, was wir kaufen. Werbung ist dazu da, bestimmte Emotionen hervorzurufen, die uns zum Kauf bewegen. Dieser Teil der Geschichte ist klar. Aber wie geht es weiter? Wie beeinflussen Produkte, die wir benutzen unsere Emotionen?Und welche Emotionen werden getriggert?

Emotionales Design ist ein spannendes Thema, mit dem sich Produktmanager und Designer beschäftigen. Die Idee dabei ist, nicht Produkte zu entwickeln, sondern positive Erfahrungen zu ermöglichen.

In diesem Artikel stelle ich die Frage, wie bestimmte digitale Produkte unsere Emotionen beeinflussen und gebe einige Beispiele für emotionales Webdesign.

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Was macht ein großartiges Produkt aus?

Die Frage “Was macht ein großartiges Produkt aus” wird von Produktmanagern wie Designern täglich neu gestellt. In jedem Fall soll ein Produkt positive, erinnerungswerte Erfahrungen für den User ermöglichen. Natürlich ist Design, Konzeption und User Testing wichtig, aber am Ende geht es darum, wie sich der User bei der Verwendung eines Produktes fühlt.

Ist der User happy, eine Möglichkeit zu haben, alle Aufgaben strukturiert anzulegen? Oder ist er frustriert, weil er in einem Online-Shop nicht das gefunden hat, das ihn interessiert?

Großartige User Experience beginnt damit zu überlegen, wie sich der User fühlt, was er sucht und welche Faktoren seine Erfahrung beeinflussen.

Don Normans drei Ebenen von Design

Der Designer und Professor Don Norman hat in seinem Buch “Emotional Design” drei verschiedene Ebenen beschrieben: 1. Visceral Design, 2. Behavioural Design, 3. Reflective Design.

Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen?

Produktdesign Norman

  1. Visceral Design

Damit wird Design bezeichnet, das instinktive, vielleicht auch unbewusste Reaktionen hervorruft. Wenn jemand Ihnen sagt, dass Sie die App Ihres 10-jährigen Nachbarns ausprobieren sollen, dann werden Ihre Erwartungen vielleicht nicht so hoch sein und Ihre Erfahrung wird vermutlich schlechter sein, als sie ohne dieses Wissen wäre.

Dies viszerale Reaktion ist oftmals unmittelbar und gelenkt von unseren Vorerfahrungen und Erwartungen.

  1. Behavioural Design

Hier geht es um die Frage, wie sich ein Produkt anfühlt, wie es reagiert. Das ist die wichtigste Ebene, wenn es um die Frage geht: Wie beeinflusst ein Produkt unsere Emotionen? Wie fühlen wir uns, wenn wir das Produkt verwenden?

  1. Reflective Design

Vielleicht sitzen Sie im Bus, der Akku Ihres Smartphones ist leer und Sie denken daran, wie es wäre, jetzt Candy Crush zu spielen. Oder Two Dots. Oder Pokemon Go. Das Nachdenken über Produkte bezeichnet Norman als “Reflective Design”.

Das fühlt man bei diesen Produkten und Features

1. Autonomie

Selbstbestimmtheit und Kontrolle ist ein wesentlicher Faktor, um User zufrieden und glücklich zu machen. Das Drücken des “Save”-Buttons gibt einem zum Beispiel dieses Gefühl. Auch wenn der Save-Button heutzutage bei vielen Produkten überflüssig geworden ist, vermissen wir ihn, wenn er nicht da ist, wie z. B. in Google Drive. Nicht umsonst sieht man in Google Docs daher entweder den Text “Wird gespeichert…” oder “Alle Änderungen gespeichert.” Dies dient allein dazu, Usern das Gefühl der Kontrolle zu geben.

Save Button

Ein Save-Button, in diesem Sinne auch bekannt als “Placebo”-Button, gibt einem nicht nur Kontrolle, sondern auch das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Etwas, dass es sich lohnt zu speichern!

 

2. Vertrautheit

Vertrautheit ist ein wichtiger Bestandteil, wenn es um neue Produkte geht. Das bezieht sich sowohl auf vertraute Strukturen als auch auf vertrautes Design. Das Phänomen, wenn digitale Produkte das Design physischer Produkte nachahmen, bezeichnet man als “Skeuomorphismus”. Der Onboarding-Prozess mag bei Produkten dieser Art kürzer sein, jedoch wirkt Design, dass real-life-Elemente nachahmt heute – in Zeiten von Flat Design – auch etwas outdated.

skeuomorphic-button-design-website

Vertrautheit muss sich nicht unbedingt auf das unmittelbar sichtbare Design beziehen, sondern kann sich auch auf die Navigation beziehen oder intuitive Aktionen, die User aus anderen Anwendungen kennen.

 

3. Erfolg

Wan hat Ihnen zuletzt jemand gratuliert, weil Sie E-Mails verschickt haben? Wenn Sie Mailchimp verwenden, dann ist das vermutlich noch nicht allzu lange her. Die Success-Seite von Mailchimp, nach Aussendung eines Newsletters zeigt nämlich folgendes Gif.

 

Fazit

Produkte beeinflussen unsere Gefühle. Aber mehr noch. Wenn man einmal an Don Normans drei Ebenen des Designs denkt, dann beeinflussen Produkte, wie wir uns im Moment des Benutzens fühlen, sie beeinflussen aber auch, wie wir im Nachhinein über sie denken (reflektives Design). Auf lange Sicht betrachtet beeinflussen sie auch, wie wir verwandte oder ähnliche Produkte betrachten (visceral Design).  Digitale Produkte sind meist Tools und Anwendungen, die das Leben ihrer Benutzern einfacher und besser machen. Zumindest behaupten die Meisten das 😉 Den Erfolg des Benutzers auch direkt in der User Experience zu verankern, ist somit entscheidend für die Frage, ob das Produkt auch weiterhin verwendet wird.

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